Möchte ein Unternehmen eine Produktionsanlage, eine Montagelinie oder sogar ein komplettes Werk verlagern, wartet auf den Betrieb und den Partner für internationale Industriemontage eine komplexe Aufgabe. Eine perfekte Planung bis ins Detail und eine professionelle Umsetzung sind deshalb entscheidend – und diese 11 Schritte kommen dabei auf Sie zu:

Schritt 1: Planung – erst denken, dann handeln

Wer im Vorfeld jeden Schritt und jeden Aspekt beachtet, kann bei der eigentlichen Umsetzung viele grundsätzliche Herausforderungen umschiffen. Suchen Sie sich daher einen erfahrenen Partner für Industriemontage, der als Generalunternehmer die Projektleitung übernimmt und damit die komplette Planung verantwortet. Er berät Sie zu jedem Schritt einer Verlagerung, erarbeitet eine Ablaufplanung und übernimmt das gesamte Projektmanagement. Er wird mit Ihnen auch die Schnittstellen im Ablauf besprechen, damit geklärt wird, welche Aufgaben Ihr Partner übernimmt und was Ihr Unternehmen dazu beitragen muss.

Tipp: Lassen Sie in diesem Stadium Ihre Anlage vom Hersteller dahingehend prüfen, welche Komponenten eventuell erneuert oder optimiert werden könnten. Denn demontiert wird die Anlage ohnehin – da bietet es sich an, bei der späteren Remontage Modifizierungen oder ein Retrofit vorzunehmen.

Schritt 2: Demontage – Anpacker vor Ort

Bei der Demontage wird die Anlage auseinandergebaut, jedes Einzelteil gekennzeichnet und dokumentiert. Das ist übrigens ein guter Moment, um diese Einzelteile einmal von Grund auf reinigen zu lassen. Anschließend werden die Komponenten fachmännisch verpackt und verladen.

Schritt 3: Transport – die Reise beginnt

Alle Komponenten einer Anlage werden auf Transportmittel verladen und verlassen das Gelände. Der Transport ist je nach Land, Bestimmungsort und Infrastruktur auf dem Wasser, dem Schiff, der Schiene oder auch im Flugzeug denkbar. Auch hier wird digital und häufig cloudbasiert genau dokumentiert, welches Anlagenteil in welchem Wagen und Container untergebracht wurde. Denkbar ist als Bestimmungsort neben einer neuen Produktionshalle auch eine mögliche Einlagerung der Maschinen.

Schritt 4: Move-in im neuen Zuhause

Die Anlage und ihre Einzelteile werden vor Ort abgeladen und in der neuen Halle positioniert. Der Generalunternehmer hat in der Planungsphase bereits geprüft und abgesichert, dass beispielsweise die Tragfähigkeit des Bodens gegeben ist, der Boden nivelliert wurde und die Durchfahrtsbreiten angemessen sind. Nach der Positionierung wird die Anlage grob montiert und für die anschließenden Arbeiten vorbereitet.

Schritt 5: Feinmontage – Millimeterarbeit für Profis

Nun werden die einzelnen Maschinen und die gesamte Anlage gezielt ausgerichtet und die Feinmontage beginnt. „Fein“ bedeutet hier wirklich fein. Die Profis für Industriemontage arbeiten hier auf Zweihundertstel Millimeter genau, um für den nächsten Schritt die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. In dieser Phase werden auch alle anzuschließenden Medien wie Strom, Gas oder Luft installiert.

Schritt 6: Anlagenelektronik – die Anlage erwacht wieder zum Leben

Die elektrische Inbetriebnahme ist ein entscheidender Moment, der vom Hersteller übernommen und vom Generalunternehmer koordiniert wird. Dabei wird auch die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) der Anlage wieder aktiviert.

Zuvor gesicherte Daten werden neu eingespielt und vom Hersteller selbst oder vom Generalunternehmer optimiert. Abschließend erfolgt der Eingabe-/Ausgabe-Check (E/A-Check), bei dem eine Anlage „leer durchfährt“, um zu prüfen, ob alle Lichtschranken, Initiatoren, Endschalter und sonstige Steuerungselemente ordnungsgemäß funktionieren.

Schritt 7: Inbetriebnahme – Neustart am neuen Standort

Bei der Inbetriebnahme wird ein detailliertes Abnahmeprotokoll erstellt, bei dem mindestens der Generalunternehmer und Ihr Unternehmen, eventuell auch der Hersteller der Anlage vor Ort sind. Dabei wird der komplette Leistungsumfang abgenommen und genau protokolliert. Sind die Funktionalität der Anlage und eventuelle Optimierungen gesichert, kann die Produktion am neuen Standort beginnen.

Schritt 8: Service – Technischer Support über den gesamten Lebenszyklus

Eine empfehlenswerte Selbstverständlichkeit: Sichern Sie auch in der neuen Betriebsstätte ab, dass Ihre Anlage vorschriftsmäßig instandgehalten, gewartet und repariert wird. Prüfen Sie auch regelmäßig mit dem Hersteller, ob Ihre bestehende Anlage von einem Retrofitting oder einer Modernisierung profitieren könnte. Hier steckt häufig viel Potenzial für mehr Effizienz und damit höhere Umsätze.

Schritt 9: Automatisierung – ein guter Zeitpunkt

In Zeiten der Digitalisierung kann eine Automatisierung der Anlagen wettbewerbsentscheidend sein. Professionelle Engineering-Partner können diese Automatisierung selbst bei älteren Anlagen umsetzen. Die demontierten Maschinen setzen die Mechanik, Elektrik und SPS neu auf und integrieren eine Maschine wieder in den Gesamtbetrieb einer Anlage.

Schritt 10: Service für den Werterhalt

Der klassische Servicebetrieb durch den Hersteller oder ein eigenes, internes Team? Diese Frage sollte ebenfalls am neuen Standort geklärt und organisiert sein. Lagern Sie außerdem häufiger benötigte Ersatzteile bereits ein, damit im Fall der Fälle eine Maschine nur kurzzeitig aus der Produktion genommen werden muss.

Schritt 11: Sicherheit durch Prüfung und Zertifizierung

Benötigt Ihre Anlage nach einer Verlagerung eine neue Sicherheitsprüfung oder Zertifizierung? Klären Sie in diesem Fall mit dem Hersteller sowie den zuständigen Stellen ab, ob beispielsweise eine erneute UVV-Prüfung oder CE-Zertifizierung notwendig ist.

Tipp: Beauftragen Sie einen Generalunternehmer

Die Verlagerung einer Produktionsanlage oder eines ganzen Werks ist ein komplexes Projekt, bei dem viele Rädchen ineinandergreifen und unzählige Aspekte bedacht und koordiniert werden müssen. Daher empfiehlt es sich, einen Generalunternehmer wie SCHOLPP zu beauftragen, damit möglichst wenige Schnittstellen zwischen den einzelnen Schritten entstehen.

Bei der Planung und auf der Baustelle entstehen dadurch die bestmöglichen Synergien und es ist klar geregelt, wer für alle Gewerke die Weisungsbefugnis besitzt. Auch das Thema Arbeitssicherheit ist damit für alle Gewerke einheitlich geklärt und organisiert. Außerdem muss ein Generalunternehmer bei Transportschäden in die versicherungsrelevante Haftung – angesichts des hohen Unternehmenswerts einer Anlage einer der vielen Vorteile bei einer Beauftragung eines Generalunternehmers.