Sie müssen eine Maschine oder eine komplette Anlage bewegen oder montieren lassen? Dann sollten Sie als Auftraggeber im Vorfeld sich selbst und damit auch Ihrem Dienstleister für Industriemontage folgende Fragen beantworten können, damit Sie eine projektgenaue Beratung erhalten.

Was muss verlagert werden?

Das klingt nach einer Frage, die sich auf den ersten Blick leicht beantworten lassen sollte – lässt sich aber häufig gar nicht. Klären Sie exakt, welche Teile Sie von Ihrer Maschine oder Anlage transportieren möchten und was nicht. Fragen Sie auch schon vorab beim Maschinenhersteller nach – am besten bereits, wenn das neue Hallenlayout geplant wird. Sie bekommen hier wertvolle Hinweise für eine möglichst effiziente De- und Remontage der Anlage, z. B. wenn es besondere Anforderungen an das Maschinenfundament oder die Maschinengrube bzw. die Medienanbindung gibt. Außerdem hat der Hersteller wichtige Informationen zu Hebe- bzw. Anschlagpunkten und Transportsicherung. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre Anlage während des Transports nicht beschädigt wird.

Vernachlässigen Sie dabei nicht die Dokumentation der Arbeiten. Sie sollten Kapazitäten dafür planen und besonders bei einem umfangreichen Maschinenpark die Schritte während der Verlagerung möglichst fotografisch dokumentieren sowie sämtliche Anlagenteile kennzeichnen und erfassen. Bei der gleichzeitigen Demontage mehrerer Anlagen kann die Remontage schnell zu einem Puzzle werden, wenn Sie den Überblick verlieren. Auch müssen für eine reibungslose Wiederinbetriebnahme im Vorfeld die Maschinendaten gesichert und die Pufferbatterien geprüft werden.

Welchen Umfang möchten Sie demontieren oder montieren?

Dieser kann von einer einzelnen Maschine bis zu einer kompletten Anlage reichen. Gut zu wissen: die Anzahl der Maschinen sowie erste Abmessungen wie Länge, Höhe, Breite und Gewicht (ggf. pro Maschine).

Jetzt ist bei einer Verlagerung von gebrauchten Maschinen der richtige Moment, zu prüfen, ob diese noch in einem technisch einwandfreien Zustand sind. Eventuell könnte ein Retrofit eine gute Investition sein.

Wohin soll eine Maschine transportiert werden?

Sie sollten Ihren Dienstleister informieren, an welchem Ort oder an welchen Örtlichkeiten der Einsatz ablaufen soll. Wenn Sie noch keinen konkreten neuen Standort haben, wird es schwierig, Ihnen eine hilfreiche Beratung zu bieten.

Wenn der Zielort bereits definiert ist, benötigen Sie zumindest ein grobes Konzept für die Baustellenlogistik. Wann erfolgt welche Anlieferung? Welche technischen Geräte werden für das Entladen bzw. den internen Quertransport benötigt? Wo müssen welche Zwischenlagerflächen eingeplant werden? Welches Personal muss wann vor Ort sein? Mit guter Planung sind die passenden Ressourcen zum richtigen Zeitpunkt auf der Baustelle und Synergieeffekte können genutzt werden, vor allem beim Einsatz von Spezial-Equipment wie Hubgerüsten oder Schwerlastkranen, die sehr kostenintensiv sind.

Wann soll die Montage erfolgen und wie viel Zeit ist bis zur (erneuten) Produktivsetzung geplant?

So lässt sich herausfinden, ob Ihr Zeitplan aus Sicht eines Profis realistisch ist oder verändert werden müsste. Wichtig ist es auch, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen, um Zeitverzögerungen zu vermeiden, vor allem wenn der Umzug parallel zur weiterlaufenden Produktion erfolgen soll.

Hier hilft auch eine gute Projektmanagement-Software, welche Projektziele und Meilensteine zeigt, aber auch Bedingungen oder Abhängigkeiten definiert. Damit hat man jederzeit den Überblick über den Stand des Projekts.

Wie sehen die Gegebenheiten am Standort aus?

Hier sollten Sie wissen, ob beispielsweise ein Hallenkran, Gabelstapler oder Hebebühnen zur Verfügung stehen, ob eine ebenerdige Einbringung möglich ist oder eher eine Einbringung durch die Fassade oder über das Dach notwendig wird.

Sammeln Sie außerdem Informationen zu den Bodenverhältnissen vor Ort und auf den Wegen dorthin, zur maximalen Deckenbelastung und ob Zwischenlagerflächen zur Verfügung stehen. Häufig sind die Fußböden von Produktionshallen statisch nicht dafür ausgelegt, dass schwere Gewichte darauf bewegt werden, vor allem, wenn sie unterkellert sind. Sie benötigen dann eine kostengünstige Lösung zur Versteifung und Lastverteilung, damit Ihr Produktionsbereich keinen Schaden nimmt.

Es ist deshalb sinnvoll, den Dienstleister bereits früh in die Planung einzubinden, um von dessen Erfahrung zu profitieren und Hinweise in der Planung zu berücksichtigen. So weist Sie ein erfahrener Montagepartner beispielsweise darauf hin, die Außenwände erst nach der Maschineneinbringung zu verschließen, wenn absehbar ist, dass die Anlagen für die vorhandenen Hallentore zu groß sind. Auch kennt er alternative technische Lösungen, die häufig hohe Krankosten reduzieren können. Dies könnte beispielsweise der Aufbau einer Außen-Plattform mit Hubportal als mobiler Maschinenaufzug für Einbringungen in ein Obergeschoss sein.

Welche Leistung können Sie als Auftraggeber selbst erbringen oder organisieren?

Schätzen Sie Ihre Möglichkeiten realistisch ein und suchen Sie professionelle Hilfe, wenn keine eigenen Ressourcen vorhanden sind oder das Know-how fehlt. Bedenken Sie, dass es schwierig ist, einen Produktionsplan einzuhalten, wenn Ihre Mitarbeiter Maschinen demontieren und verpacken.  Außerdem benötigen Sie dafür länger als Industriemontagen-Profis wie SCHOLPP. Denken Sie daran, für eine gewisse Zeit vorzuproduzieren, damit neuralgische Produkte nicht zum Engpass werden, wenn es Terminverschiebungen gibt.

Wie viel darf die Montage oder Demontage kosten?

Ein professioneller Partner kann Ihnen erst nach einer Vor-Ort-Besichtung der Anlage und der Gegebenheiten ein aussagekräftiges Angebot vorlegen. Aus Erfahrung kann er benötigtes Fachpersonal, technisches Equipment und Zeitumfang einschätzen und erstellt ein verbindliches Festpreis-Angebot ohne versteckte Kosten oder unerwartete Nachträge.

Für einfache Verlagerungen von Einzelmaschinen haben wir aus der Erfahrung von über 300.000 Projekten in 65 Jahren ein grobes Kalkulationstool entwickelt, welches Ihnen eine erste Preisindikation gibt. Lesen Sie dazu mehr in unserem Beitrag „Was kostet ein Maschinentransport?“