Viele Unternehmen, die eine Maschine transportieren möchten, suchen bereits im Vorfeld und vor der ersten Kontaktaufnahme mit einem möglichen Partner nach Anhaltspunkten für die Kosten des Transports. Unser Preisrechner für Maschinentransporte sowie belastbare statistische Werte für Maschinenumzüge zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Verlagerungsprojekt kalkulatorisch einschätzen können.

Maschinentransporte kalkulieren: Einflussgrößen und Optionen

Was sagt die Statistik? Günstige Transporte einer Kompaktmaschine liegen bei rund 200 Euro, komplexe Transporte wiederum können in die Millionenhöhe gehen – der teuerste lag bei 38,6 Mio. Euro. Der statistische Mittelwert beim Transport von Kompaktmaschinen mit leichtem bis mittelschwerem De- und Remontageaufwand liegt bei rund 1.900 Euro. Diese Zahlen basieren auf einer Preisbildung des Industriemontageunternehmens SCHOLPP, bei deren Kalkulation rund 18.000 Transporte aus den letzten 15 Jahren betrachtet wurden.

Bei den Kosten spielen neben Aspekten wie der Qualität der Projektvorbereitung auch die Größe der Maschine, das Gewicht, die Komplexität und die Sensibilität eine wichtige Rolle. Die meisten Nebenkosten entstehen wiederum durch die Randbedingungen rings um das Vorhaben: Behördenvorschriften, die Statik, die Beschaffenheit des Transportweges, die Belastbarkeit des Bodens, die Toröffnungen oder notwendige Höhenüberwindungen – manchmal auch unter Reinraumbedingungen – sind weitere kostenerzeugende Eckpunkte, die es im Gespräch mit dem Dienstleister für Industriemontage zu klären gilt.

Zur guten Vorbereitung Ihres Maschinentransports hilft Ihnen unsere Checkliste, damit Sie selbst Ihre Kosten auf ein Minimum reduzieren können und die Stellhebel besser kennenlernen. Klicken Sie hier um mehr zu erfahren.

Tipp: Die bloße Verladung und der Transport sind oft die einfachsten Teilschritte. Ein zuverlässiger Dienstleister hilft Wartezeiten des Maschinentransport-Teams und Standzeiten beim Autokran oder beim Verladeteam zu vermeiden.

Kostenfaktoren: Strecke und Komplexität

Die Reiseroute Ihrer Maschine bestimmt natürlich auch den Preis. Wird die Maschine nur innerbetrieblich bewegt oder geht sie auf einen fernen Kontinent? Die benötigten Verkehrsmittel haben einen entscheidenden Einfluss auf die Preise. Der Charterflug einer Maschine von 230 Tonnen Gesamtgewicht mit der Antonov AN 225 nach Asien kann beispielsweise schnell mit 300.000 Euro inklusive Vor- und Nachlaufkosten zu Buche schlagen. Dagegen ist eine klassische, einfache Seepassage nach Asien im Container schon für unter 3.000 Euro zu bekommen. Man kann die Maschine aber auch in einer maßgeschneiderten Holzkiste auf die Reise schicken, innen sorgfältig mit korrosionsschützender Spezialfolie verschweißt und mit Trockenmitteln versehen.

Die Sicherung der Kiste übernehmen dann der Kapitän und seine Crew. Doch eine Sache lässt sich nie hundertprozentig kalkulieren: die Natur. Denn schwere See kann beispielsweise dazu führen, dass sich die Ware auf dem Schiff losreißt – ein Risiko, das Sie auf jeden Fall zusätzlich versichern sollten. Schließlich zählt schwerer Seegang juristisch gesehen zu höherer Gewalt, für die ein Transporteur schwer haftbar gemacht werden kann, wenn Ihre Maschine ersatzlos untergeht.

Tonnagen auf Schienen

Auch der Transport mit der Bahn ist möglich. Gerade für Transporte nach Asien bietet sich die Schiene häufig an. Denn die Möglichkeit, hohe Tonnagen zu großzügigen Lichtraummaßen zu bewegen, spricht ganz klar für die Bahn. Besagte Lichtraummaße sind die von den einzelnen Ländern festgelegten maximalen Abmessungen im Raum, um deren Tunnel, Brücken und Engstellen gefahrlos befahren zu können. Auch hier muss die Maschine gut präpariert werden. Denn Umspurungen sind teilweise nötig, und das birgt individuelle zusätzliche Risiken, die ein professioneller Partner voraussehen kann.

Eine detaillierte Karte zum Trans-Asian Railway Network ist auf der Website des Economic and Social Commission for Asia and the Pacific (ESCAP), einer Organisation der Vereinten Nationen, zu finden. Für mehr Informationen hier klicken.

Eine Maschine mit dem Flugzeug transportieren

Auch wenn der Transport per Luftfracht die jüngste Versandoption ist, hat kein vergleichbarer Verkehrsträger in den vergangenen Jahren so hohe Zuwachsraten bei den Transportleistungen erzielt wie Flugzeuge. Häufig müssen Waren möglichst schnell und somit unter höchstem Termindruck ausgeliefert werden. Höhere Frachtkosten werden dafür in Kauf genommen.

Die meisten Güter werden im Frachtraum von normalen Passagierflugzeugen transportiert. Für den Transport von Produktionsanlagen ist das aber eher die Ausnahme. Dafür gibt es eigene Fracht- bzw. Transportflugzeuge, die meist gerade für Laien sehr beeindruckend aussehen. Technische Weiterentwicklungen und der Bau immer größerer und leistungsfähigerer Flugzeuge bringen die Möglichkeit, immer schwerere Güter zu transportieren. Das größte, bisher gebaute Frachtflugzeug ist die Antonow An-225 „Mrija“. Von diesem, ursprünglich für den Transport der russischen Raumfähre Buran konstruierten Koloss wurde nur ein einziges Exemplar fertiggestellt und in Betrieb genommen. Und es hält einige Rekorde: so unter anderem für das schwerste, je transportierte Einzelfrachtstück, einen 187 Tonnen schweren Generator für ein Gaskraftwerk, oder die größte zugelassene Startmasse aller bisher gebauten Flugzeuge mit ca. 640 Tonnen.

Das Luftschiff, das in den späten 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wiederbelebt werden sollte, ist leider nie wieder zum Fliegen gekommen. Bis 450 Tonnen hätten mit ihm transportiert werden können, und hier wären Heben und Transportieren ein Vorgang gewesen. Doch die Realphysik hat dieses Vorhaben scheitern lassen. Mit einer Animation hatte der Hersteller das Prinzip des CargoLifter-Lastaustauschs bereits simuliert. Hier geht es zum Video.

Selbst ein Hubschrauber ist für einen Maschinentransport denkbar und ist bis zu einem Maschinengewicht von 5 Tonnen auch probelmlos geeginet – darüber wird es speziell. Bis zu 22 Tonnen sind allerdings machbar, weil durch den Übergang von Ländern des ehemaligen Warschauer Vertrages in die Europäische Union ehemalige russische Militärhubschrauber ihre Luftverkehrslizenz aus Bestandsschutzgründen mitnehmen durften und die Geräte noch heute zu chartern sind. Aber Vorsicht: Durch die Luft, die der Rotor mit hoher Geschwindigkeit nach unten treibt, können elektrische Spannungen in Drahtanschlagseilen entstehen. Schützen Sie die Verlademannschaft davor! Impressionen vom Einsatz dieses Schwergewichts finden Sie unter folgendem Link: https://youtu.be/euVOZZ-w5Lc.

Maschinentransport per Schiff

Das Binnenschiff wird beim Transport besonders großer und schwerer Maschinen oft vergessen. Dabei ist die Zuladung nahezu unbeschränkt und auch bei den Abmessungen besteht viel Spielraum. Doch leider lassen sich damit oft nur Teilstrecken bewältigen, da die Industrie heute eher in Gewerbegebieten sitzt und nicht wie früher an den Flüssen und Kanälen mit teilweise eigener Kaianlage. Daher kommt man selten um den Lkw herum. Aber gerade bei sogenannten Großraum- und Schwertransporten (GST) haben die Behörden ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Sie sind angehalten, Teilstrecken sogar aufs Binnenschiff zu zwingen, um den Straßenverkehr zu entlasten und Brückenbauwerke zu schonen. Eine Übersicht über das Wasserstraßennetz Deutschlands, das größte in Europa, findet sich beim Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e.V. unter folgendem Link: https://youtu.be/PCv7W8dVDFA

U-Boote, Raketen und Großkatapulte eignen sich für den Transport von Maschinen nicht, also kehren wir wieder zu den üblichen Verkehrsträgern zurück.

Maschinentransport im Lkw

Der Lkw bleibt beim Maschinentransport das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel. Hier entscheidet die Qualität der Vorbereitung letztendlich über den Preis. Können die Maße und Gewichte beispielsweise durch die Demontage von Anbauteilen soweit verringert werden, dass einzelne Maschinenelemente auf einen 13,60-Standardsattelauflieger passen? Und genügt eine einfache Wurfplane zum Schutz, die ein Spediteur Ihnen zur Verfügung stellt? Dann haben Sie das preisliche Optimum erreicht.

Der am häufigsten eingesetzte Lkw ist der 13,60 Meter lange Sattelauflieger – die “eierlegende Wollmilchsau” unter den Lastkraftwagen. Dank seiner etwas höheren Ladefläche kann man ihn bis etwa 25 Tonnen beladen, die Höhe der Maschine sollte allerdings 2,70 Meter nicht überschreiten. Üblicherweise reicht die Grundfläche für 34 Europaletten-Stellplätze. Rechnen Sie bei der groben Kostenkalkulation mit 1,75 Euro pro Kilometer für Hin- und Rückfahrt. Mehr als 30 Minuten sollte die Be- und Entladung nicht dauern, sonst kommen eventuell zusätzliche Kosten auf Sie zu.

Ebenso sollte der Aufwand für die Verpackung nicht vernachlässigt werden. Weniger empfindliche Maschinen können offen gefahren werden oder der Schutz kommt direkt an die Maschine oder ihre empfindlichen Bauteile. Der Preis liegt zwischen dem einer einfachen Wurfplane, die Sie von jedem Fachspediteur erwarten dürfen, und dem einer aufwändig mit Trockenmitteln und Pestiziden behandelten maßgefertigten Holzkiste.

Ist der Aufwand für Demontage und Remontage zu hoch, dann lohnt es sich, über speziellere Fahrzeuge nachzudenken. Der Megajumbo schafft es beispielsweise, Tiefbetteigenschaften mit guter Achslastverteilung und bester Geschlossenheit zu vereinen. Mit hochfesten Stählen, speziellen Achsen, Niederquerschnittsbereifung und einer beweglichen Schiebeplanenkonstruktion kann man in den Fahrzeugen mit den fast 3 Meter hohen Laderäumen zum Teil den letzten Zentimeter für das Ladegut herauskitzeln.

Auch autonom gesteuerte Fahrzeuge und Maschinenrollwagen mit unterschiedlichen Antriebsprinzipien und Hebemöglichkeiten können sich anbieten. Diese kleinen Helfer sind nicht zu unterschätzen: Sie bieten maximale Ladekapazitäten, minimale Ladehöhen und eine hohe Kippfestigkeit. Schiffssegmente von über 20.000 Tonnen sind damit schon bewegt worden. Man nennt sie in der Fachsprache auch gern SPMT (Self-Propelled Modular Transporter) oder MSPE. Für deren Einsatz sind aber immer Profis gefragt, auch ist die Transportstrecke extrem limitiert.

Kosten für Maschinentransport: der Kalkulator

Ganz pauschal lässt sich also schwer sagen, was Sie als Unternehmen für den Transport Ihrer Maschine kalkulieren sollten. Grob umreißen können Sie die Kosten allerdings durchaus. Dafür haben wir für Sie ein kleines Kalkulationstool entwickelt, das auf der Erfahrung von SCHOLPP aus über 60 Jahren und mehr als 300.000 Maschinentransporten basiert. Diese Erfahrung geben wir gern in unserem Kalkulationstool an Sie weiter.

Zum Öffnen des Kalkulationstools hier klicken.